Bewegungsförderung

Die Bewegungsförderung an der Anna-Bertha-Königsegg-Schule umfasst folgende Bereiche:

Psychomotorik

Psychomotorik an der Schule für Körperbehinderte heißt:

Zugfahrt

Bewegungsräume entwerfen und finden, in denen das Kind sich, seinen Körper, seine Fähigkeiten aber auch Einschränkungen bewusster wahrnimmt, sich akzeptiert und selbständiger wird.

Bewegen und bewegt werden, spüren, Spaß haben und Bewegungsfreude erleben - diese Faktoren leisten einen wichtigen Beitrag zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst, den Mitmenschen sowie den Dingen aus unserer Umwelt.


Schwimmen

Der Aufenthalt im Wasser bedeutet für Kinder mit einer Körperbehinderung eine wesentliche Erweiterung ihrer Bewegungsmöglichkeiten. Es gibt

Die Ursachen dafür liegen in den Eigenschaften des Wassers. Vor allem der Auftrieb im Wasser verursacht eine Gewichtsreduzierung und fördert die Entspannung der Muskeln, was dann die Ausführung von Bewegungen erleichtert.

Wasser kann zunächst aber auch bedrohlich wirken - Schwerelosigkeit, erschwerte Atmung, Wasserkontakt im Gesicht, ... Deswegen kommt der Wassergewöhnung eine bedeutende Rolle zu, in der sich die Kinder auf spielerische Weise mit dem Element Wasser vertraut machen. Sie lernen im Laufe der Zeit, den Aufenthalt im Wasser angstfrei zu genießen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten aufzubauen. Die Wassergewöhnung stellt die Grundlage für weitere Zielsetzungen dar, manche SchülerInnen erlernen darauf aufbauend einfache Schwimmtechniken.

Erfolgserlebnisse im Rahmen des Schwimmens tragen zur Steigerung der Selbstsicherheit, des Selbstwertgefühls und der Selbstverwirklichung der SchülerInnen bei.


Physiotherapie

An der Anna-Bertha-Königsegg-Schule arbeiten Ergo- und Physiotherapeutinnen mit unterschiedlichen Zusatzqualifikationen (Bobath-, Vojtatherapie, Hippotherapie, Castillo- Morales- Therapie, Sensorische Integrationstherapie, Neurophysiologische Entwicklungsförderung, Aufmerksamkeitstraining, Basale Stimulation u.a.). Regelmäßige Hilfsmittelberatungen in Kooperation mit Sanitätshäusern und Herstellern von Hilfsmitteln runden das therapeutische Angebot unserer Schule ab.

Die Bewegungsentwicklung eines Menschen ist für seine Lebensqualität und Selbständigkeit sowie für seine geistige, emotionale und soziale Entwicklung von zentraler Bedeutung. Deshalb ist Bewegungsförderung eine wichtige Aufgabe und Lernen durch Bewegung nimmt einen großen Stellenwert im Unterricht ein.

Inhalte der Bewegungsförderung sind u.a. das Anbahnen und Einüben von Bewegungsabläufen, die Integration der gelernten Bewegungen in den Alltag und damit die Hinführung zu größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit in lebenspraktischen Bereichen. Weiterer Schwerpunkt ist Versorgung mit individuell angepassten Hilfsmitteln und das Einüben in ihren Gebrauch.

Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der schulischen Förderung von körperbehinderten Schüler/innen. Sie ist eine dauerhafte Aufgabe und wird in Einzel- oder/und in Gruppentherapie durchgeführt. In der Einzeltherapie kann ganz gezielt auf die Behinderung des Einzelnen eingegangen werden, in der Gruppentherapie steht das psychische Erlebnis der Gemeinsamkeit im Schul- und Behindertensport im Vordergrund.

Die Physiotherapeuten bilden mit den Mitarbeitern aller Fachbereiche ein interdisziplinäres Team, wobei sich die physiotherapeutische Arbeit in vier Bereiche aufteilen lässt:

  1. Physiotherapeutische Einzelbehandlungen, auch auf neurophysiologischer Grundlage (z.B. Bobath, Vojta, SI, PNF, etc.). In Anpassung an die jeweilige Behinderung des Kindes fließen unter anderem folgende Behandlungsmethoden und -ziele mit ein:


  2. Beratung und Unterstützung bei der Versorgung mit Hilfsmitteln (z. B. Rollstuhl, Orthesen, etc.) sowie deren Anpassung an die weitere Entwicklung beziehungsweise an motorische und statische Veränderungen des Kindes.

  3. Einführung, Anleitung und Beratung der pädagogischen und pflegerischen Mitarbeiter beim Einsatz von Hilfsmitteln im Schulalltag zur Fortbewegung, Lagerung und Kommunikation. Begleitung und Unterstützung der Eltern bei behinderungsspezifischen Problemen.

  4. Ständige interne und externe Weiterbildung, sowie der weitere Austausch mit anderen schulischen Einrichtungen.


Ergotherapie

Wir Ergotherapeuten begleiten und unterstützen Ihr Kind, wenn es in seiner Selbständigkeit und Handlungsfähigkeit einen erhöhten Förderbedarf hat. Alle in der Therapie angebotenen Aktivitäten, Spiele, Handwerksarbeiten und Übungsprogramme sollen für Ihr Kind in einem sinnvollen Handlungszusammenhang stehen.

Ziele hierbei sind:

Wir bieten an:

Wir arbeiten in Anlehnung an folgende therapeutische Behandlungskonzepte:


Rollstuhlsport

Rolligruppe

Rolligruppe

Über den Rollstuhlsport vermitteln wir den Kindern eine effektive Nutzung des Rollstuhles. Der sichere Umgang mit demselben soll ihnen zu so viel Selbständigkeit wie möglich verhelfen.

Innerhalb der Übungsgruppen geht es um die Bewältigung von alltäglichen Bewegungsabläufen. Den Kindern wird über den sportlich - sozialen Anreiz und das Spiel die Freude an der Bewegung vermittelt. Dadurch erfahren und erlernen sie verschiedene Bewegungsmöglichkeiten mit ihrem Hilfsmittel.

 


Rückenschule

Fallen bereits 20 - 40% aller Schulkinder mit Haltungsschwächen auf, so liegt dieser Prozentsatz bei bewegungsbeeinträchtigten Kindern wesentlich höher. Aus dieser Erkenntnis und Notwendigkeit heraus wird bei uns die psychomotorische Rückenschule für Kinder seit dem Schuljahr 2002 / 2003 angeboten.

Übung zur rückengerechten Haltung

Übung zur rückengerechten Haltung

Die Rückenschule möchte:


Hippotherapie

Hippotherapie ist der rein medizinische Einsatz des Pferdes zur Ergänzung und Erweiterung der üblichen Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage. Sie wird prinzipiell vom Arzt verordnet und von einer speziell dafür ausgebildeten Physiotherapeutin durchgeführt. Das Pferd überträgt auf den aufrecht sitzenden Patienten etwa 100 dreidimensionale Schwingungsimpulse pro Minute, nahezu identisch mit dem Bewegungsablauf des Gehens eines durchschnittlichen Erwachsenen.

Die Hippotherapie bietet dem Menschen mit unterschiedlichsten neurologischen Bewegungsstörungen und dadurch gestörter oder verlorener Gehfähigkeit, eine harmonische Fortbewegung im Raum, in vertikaler und gangähnlicher Körperhaltung und in komplexem gangphysiologischem Bewegungsmuster.

Sitzhaltung auf dem Pferd

Sitzhaltung auf dem Pferd

Dabei wirkt der Patient nicht aktiv auf das Pferd ein, sondern reagiert auf die ihm angebotenen Bewegungsimpulse im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten, übernimmt, wiederholt, verbessert und automatisiert sie letztlich.

Das Ziel ist es, Muskelfunktionen oder Bewegungsabläufe durch Zugriff auf ein bereits subcortical, d.h. im Gehirn gespeichertes und unbewusst ablaufendes Bewegungsmuster wie das Gehen wieder zu erlernen, zu verbessern oder zu erhalten. Weiterhin positiv wirkt sich die Pferdebewegung aus auf Gleichgewicht und Koordination, auf Rumpfaufrichtung und Kontrolle, auf die sensomotorische Integration und die Psychomotorik.

Schaubild Hippotherapie

 


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