Hilfsmittelversorgung

Die Hilfsmittelversorgung umfasst die individuelle Beratung von Eltern und Mitarbeitern bezüglich des Erwerbs, der Erprobung und Anpassung von unterschiedlichsten Hilfsmitteln für das einzelne Kind.
Es wird besonderen Wert darauf gelegt die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des jeweiligen Kindes zu berücksichtigen und entsprechendes ganzheitliches Versorgungskonzept zu entwickeln. Die Hilfsmittelversorgung kann sowohl in der Schule als auch im Rahmen von Hausbesuchen stattfinden.

Der Versorgungsprozess erfolgt in intensiver Zusammenarbeit der Therapeuten mit Eltern, Ärzten, Krankenkassen, dem medizinischen Dienst sowie mit qualifizierten Rehabilitationsfachberatern und Orthopädie- (schuh)technikern. Mitarbeiter aus unserem Hause mit der Zusatzqualifikation "rehaKIND" garantieren ein optimales bedürfnisorientiertes Ergebnis.

Beispiel eines individuellen Hilfsmittelkonzepts

für ein Mädchen mit Spina bifida (Wirbelspalt, offener Rücken) und einem Lähmungsniveau unterhalb des achten Brustwirbels und daraus resultierenden extremen Deformitäten.

Therapeutisches Ziel des Versorgungskonzepts war es durch individuell angepasste Hilfsmittel unterschiedliche Lagerungs- und Positionierungsmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig soll es dem Mädchen ermöglicht werden ohne Einschränkungen am Alltag teilzunehmen.

 

von vorne: freies Sitzen von der Seite: freies Sitzen

Aufgrund ihrer starken Asymmetrie und ihres hohen Lähmungsniveaus und der daraus resultierend ausgefallenen Funktionen der Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur sind eine stabile Haltung und eine sichere Sitzbalance kaum möglich.

 

Fahren im Rollstuhl Die Sitzschale des Rollstuhls

Die ausgeprägte Kyphoskoliose (seitliche Wirbelsäulenverkrümmung mit extremer Buckelbildung) im Lendenwirbelbereich stellte uns bei der Rollstuhlversorgung vor eine große Herausforderung. Das Mädchen benötigt viel Rumpfunterstützung und Korrektur um aktiv und schnell Rollstuhlfahren zu können, also eine Schalenversorgung. Sie ist knapp 1m groß und bringt nur 12 kg auf die Waage. Das bedeutet für Schalenkonstruktion und Material "sehr leicht und so viel wie nötig und so wenig wie möglich". Aus diesen Überlegungen entstand in Zusammenarbeit mit unserem Rehatechniker das Konzept der individuell angefertigten Carbon-Rückenschale in Kombination mit einem anatomisch geformten Sitzkissen. Diese ermöglicht in Kombination mit einer individuell angepassten Brustpelotte ihr eine stabile und sichere Sitzposition auch ohne Rumpfabstützung. Sie kann ihre Arme frei bewegen um den Rollstuhl anzutreiben.

 

von vorne: die Carbonschale von der Seite: die Carbonschale Sitzen mit Hilfe der Carbonschale

Das Sitzkorsett ermöglicht eine gut korrigierte Sitzposition und Aufrichtung der Wirbelsäule. Montiert auf einem höhenstellbaren Adapter kann es an verschiedene Tischhöhen angepasst werden. Die Arme bleiben frei beweglich zum Hantieren am Tisch (zum Beispiel Schreiben in der Schule).

 

Stehschale leer Stehen

Die individuell angepasste Lagerungs-Stehschale kann sowohl in Rückenlage als auch zum Stehen eingesetzt werden. Der Gibbus (Buckel) ist in einen ausgefrästen Schaumstoffblock eingebettet. Die Rumpfkorrektur wird im Weichschaumverfahren bestimmt. Durch eine Holzplatte wird die Schale stabilisiert und kann dadurch auch als Stehschale eingesetzt werden.

 

Bild wird noch nachgeliefert.

Ein Rollbrett mit weich gepolsterter Auflage ermöglicht sowohl eine Entlastung der Wirbelsäule in Bauchlage als auch eine aktive Fortbewegung.


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